Ehrenamt für Freizeitbeschäftigung gesucht…

In vergangenen Blog-Einträgen haben wir euch Einblicke in die möglichst wöchentliche Freizeitbeschäftigung gegeben. In unserer Arbeit mit Entkoppelten Jugendlichen sind diese Maßnahmen von großer Bedeutung.

Wir versuchen den jungen Menschen , neben der Arbeitsgewöhnung und persönlichen Problembewältigung, auch positive Erlebnisse über die Freizeit zu ermöglichen. Hierzu organisieren wir Ausflüge in die Natur, bei denen sich die Jugendlichen aktiv betätigen. So regen wir nicht nur Körper und Geist an, sondern zeigen den Jugendlichen auch eine andere Welt, die sich von Langeweile, Drogenkonsum und „Dummheiten anstellen“ unterscheidet.

Heute waren wir mit den Fahrrädern am Werratal-See bei Eschwege unterwegs. Folgende Aufnahmen sind dabei entstanden.

Blick auf den Werratal-See
Jungs auf dem Wehr einer Fischtreppe der Werra
Blick auf die Werra

Der Ausflug hat auch diesmal „unseren Jungs“ wieder sehr gefallen und Kraft gegeben. Diese Erlebnisse sind für sie immens wichtig, um Stress abzubauen und schöne Dinge fernab ihrer alten Herkunft zu erleben…

Da wir diese Ausflüge rein ehrenamtlich und in unserer Freizeit verrichten, suchen wir hier noch ehrenamtliche Unterstützung. Wenn Du dich also angesprochen fühlst und zwischen Eisenach und Eschwege wohnst, kontaktiere uns einfach unter kontakt@colab.de.

Natürlich freuen wir uns auch um jede Geldspende, damit wir entkoppelten Jugendlichen weiterhin diese sinnvollen Aktivitäten bieten können!

Danke!
Euer CoLab-Team

Entkopplung junger Menschen entgegenwirken: die so wichtige Freizeitbeschäftigung holt Jugendliche zurück aus Tristesse, Sucht und Perspektivlosigkeit (Teil II)

# Arbeit mit entkoppelten Jugendlichen / Pädagogik

Im Blogeintrag vom 04.04.2021 haben wir euch von der Wichtigkeit unserer Freizeitbeschäftigungen berichtet.

Auch an dem letzten April-Wochenende waren wir bei schönem Wetter wieder in Kleingruppen unterwegs. Diesmal sind wir mit den eScootern der Werra gefolgt. Dabei sind folgende Bilder entstanden, die wir euch nicht vorenthalten möchten.

Fernblick 😉

Die Werra
Blick auf die Brandenburg bei Herleshausen

Der Ausflug hat auch diesmal „unseren Jungs“ wieder sehr gefallen und Kraft gegeben. Diese Erlebnisse sind für sie immens wichtig, um Stress abzubauen und schöne Dinge fernab von Gangsta-Rap und Ghetto Gehabe zu erleben…

Da wir diese Ausflüge rein ehrenamtlich und in unserer Freizeit verrichten, suchen wir hier noch ehrenamtliche Unterstützung. Wenn Du dich also angesprochen fühlst und zwischen Eisenach und Eschwege wohnst, kontaktiere uns einfach unter kontakt@colab.de.

Natürlich freuen wir uns auch um jede Geldspende, damit wir entkoppelten Jugendlichen weiterhin diese sinnvollen Aktivitäten bieten können!

Danke!
Euer CoLab-Team

Abgehauen, (um wieder zu kommen…)

# Arbeit mit entkoppelten Jugendlichen / Pädagogik

Es gehört zu unserem Konzept, dass junge Menschen auch mal für längere Zeit abhauen. So geschehen vor etwa 2 Monaten. Einer „unserer“ Jungs konnte dem Reiz der Welt nicht widerstehen: Er fühlte sich durch seinen bisherigen Lebensweg eingeschränkt, zu mühsam war das alles. Es musste doch auch schneller gehen? Sein Bruder hatte bereits eine Wohnung und schien damit viel Spaß zu haben! Also packte der Junge kurzerhand seine Sachen und war fort…

Dies erleben wir immer wieder und es gehört zu dem Weg dazu. In so einem Fall bieten wir an, den Kontakt zu halten, auch wenn „der Abgang“ manchmal „unschön“ ist.

Vor ein paar Tagen dann kam der Junge nun wieder zurück. Etwas „zerstört“, mit viel Hunger, aber auch mit neuen und wertvollen Erfahrungen. Wir wissen ,dass diese Erfahrungen wichtig sind für „unsere“ Schützlinge.

Coming-back Option: In die AWAG Mittelmühle können sie immer wieder hin, das ist immer ihr Zuhause.

In der etablierten Jugendhilfe wäre so etwas eher undenkbar. Entweder würde z.B. bei einem 17-Jährigen die Polizei hinterher geschickt, oder es wäre bei jungen Volljährigen nach so einer „Aktion“ der Geldhahn abgedreht…

Entkopplung junger Menschen entgegenwirken: die so wichtige Freizeitbeschäftigung holt Jugendliche zurück aus Tristesse, Sucht und Perspektivlosigkeit

# Arbeit mit entkoppelten Jugendlichen / Pädagogik

Entkoppelte Jugendliche sind oftmals gefangen in ihrer eigenen Lebenswelt. Diese ist äußerlich betrachtet geprägt von Unsicherheit, Perspektivlosigkeit und Langeweile. Aber auch von der Unwissenheit der eigenen Interessen, Talenten und Fähigkeiten. Was fehlt, ist der Sinn:

Wofür möchte ich mein Leben einsetzen, wie möchte ich das haben?

Dieser Tristesse entkommen die Jungen Menschen durch eine Flucht in den Konsum von Suchtmitteln. Durch diese Selbstmedikation scheint die Welt erträglich, ein Teufelskreis entsteht. Diese Jugendlichen „funktionieren “ dann irgendwann nicht mehr, werden aussortiert, entkoppelt, nicht mehr erreicht.

Diesem Kreis kann man entkommen, wenn man andere Dinge kennen lernt. An diesem Punkt setzt CoLab an. Daher ist, wenn man den Kontakt erstmal wieder besitzt, auch die sinnvolle Gestaltung der Freizeit einer der sehr wichtigen Aspekte unserer Arbeit.

Gestern waren wir (selbstverständlich unter Einhaltung der Corona-Hygiene) mal wieder in der Natur unterwegs. Eine Kleingruppe besuchte den „Point India“ bei Lüderbach / Ifta, einem ehemaligen US-Stützpunkt an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze.

Blick auf den alten Beobachtungsturm der US-Army
Blick von der Plattform aus in Richtung Thüringen

Insgesamt war das wieder ein sehr schönes Erlebnis, welches wir unseren „Schützlingen“ bieten konnten.

Da wir diese Dinge rein ehrenamtlich und in unserer Freizeit verrichten, suchen wir hier noch ehrenamtliche Unterstützung. Wenn Du dich also angesprochen fühlst und zwischen Eisenach und Eschwege wohnst, kontaktiere uns einfach unter kontakt@colab.de.

Natürlich freuen wir uns auch um jede Geldspende, damit wir entkoppelten Jugendlichen weiterhin diese sinnvollen Aktivitäten bieten können!

Danke!
Euer CoLab-Team

„Haus der Demut“ startet Hilfe

In vergangenen Blogeinträgen haben wir vom Fortschritt im „Haus der Demut“ berichtet. Nach Restarbeiten am neuen Bad und der Wasserversorgung ist es nun einsatzbereit. Die Arbeiten haben wir gemeinsam mit unseren Teilnehmern selber geleistet, viele der Materialien haben wir gespendet bekommen. An dieser Stelle herzlichen Dank dafür!

Mit der Fertigstellung haben wir uns am Ende sehr beeilt, da wir das Haus brauchten:  Ein junger Mensch bat uns um Hilfe. Er suchte dringend Abstand zu seinem Milieu, nachdem er Therapie und Entgiftungen immer wieder abgebrochen hatte und sein Konsum zunahm.

Seit zwei Wochen wird das Haus nun von diesem jungen Menschen erfolgreich genutzt. Er kommt in dem Haus zur Ruhe. Die reizlose, naturnahe Umgebung ermöglicht es, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, im „hier und jetzt“ zu sein. Unsere sozialpädagogische Begleitung mit co-therapeutischen Elementen nach MATRIX unterstützt den Weg der Genesung. 

Bisher läuft alles ganz gut, sodass wir den jungen Menschen bald in die Gemeinschaft der  AWAG-Mittelmühle integrieren können.

Das „Haus der Demut“ ist eine vorübergehende Station „zum Ankommen“. Ein Aufenthalt dauert ca. 2 – 4 Wochen. Als Besonderheit und nach den Werten der CoLab ist das Haus so konzipiert, dass jeder „Nutzer“ das Haus mit Respekt behandeln soll und etwas zurück lässt, wenn er dann wieder geht.

In diesem Fall hat der Jugendliche ein altes Holzfenster geschliffen und gestrichen. Vielen Dank dafür 😉

Wer baggert da so spät noch am Baggerloch?

In unseren Arbeitsblöcken fallen manchmal Arbeiten an, die mit reiner Muskelkraft nicht zu leisten sind. Dies sind beispielsweise Pflegearbeiten an unserem Mühlgraben oder Bauarbeiten. Daher haben wir uns schon immer einen Bagger gewünscht.

Dieser Wunsch ist jetzt in Erfüllung gegangen! Dank einer sachgebundenen Spende konnten wir das schwere Gerät am Samstag in Empfang nehmen. Wir haben es bei dem schönen Wetter natürlich gleich ausprobiert und einige schon länger anstehende Arbeiten durchgeführt. Natürlich müssen wir hier noch etwas üben, aber das Ergebniss konnte sich schon sehen lassen.

Auch für unsere Teilnehmer ist der Bagger ein großer Ansporn. Ähnlich wie schon beim Rasentraktor lassen wir die Jungs diese Geräte nach Einweisung auch bedienen, wenn sie die Verantwortung dafür tragen können. Das ist in unserer Arbeit eine positiver pädagogischer Faktor, den wir gezielt einsetzen.

An dieser Stelle bedanken wir uns für das tolle Gerät, auf das wir ganz sicher besonders gut achten werden…

Newsletter 2021/03

Das Jahr 2021 ist inzwischen im dritten Monat. Viele Dinge sind seit dem letzten Newsletter passiert. Wir haben sie in unserem Newsletter zusammengefasst:

-> zu unserem Newsletter

Mit unserem Newsletter halten wir Sie auf dem Laufenden, was in der CoLab passiert. Transparenz, aber auch die Sichtbarmachung der zu oft übersehenen und schwierigen Lebensumstände einer Vielzahl junger Menschen in Deutschland sind uns ein Anliegen.

PS: Sollten Sie den Newsletter per E-Mail wünschen, teilen Sie es uns einfach mit!

Freundliche Grüße

Katja Neumann
Öffentlichkeitsarbeit
CoLab gGmbH – Das Fachkraftwerk
Telefon: 06232/877-352
Mobil: 0171 2082071
Mail: k.neumann@colab.de
Web: colab.de

Fortschritte am „Haus der Demut“ II

#Arbeits- „blog“

Im Blogeintrag „https://blog.colab.de/?p=665“ haben wir euch im November vergangenen Jahres einen Einblick in die Arbeiten am „Haus der Demut“ gegeben.

Inzwischen waren wir dort sehr fleißig und haben „weitergebastelt“. Wir möchten euch hier mal wieder einen Zwischenstand geben. Das Haus ist bald fertig und kann genutzt werden. Es steht dann z.B. als „Eingangshaus *1) jungen Menschen zur Verfügung, die zuvor auf der Straße oder bei dubiosen Personen „gewohnt“ haben. Dies ist die Erprobungsstufe zur Aufnahme in die AWAG Mittelmühle„.

An dieser Stelle möchten wir uns bei „unseren“ Jugendlichen Tim, Eric und Paul bedanken, die das Haus zu dem gemacht haben, was es jetzt ist, Auch an unsere Spender ein herzliches Dankeschön! Der gespendete Wasserboiler und die Einbauküche werden gute Dienste tun! – Danke…

*1) In der Eingangsstufe wohnt der junge Mensch dann 
in unserem Eingangshaus, welches weiter von der 
Kerngruppe entfernt liegt. Der Jugendliche kann dort 
in Ruhe ankommen und sich etwas von den Strapazen 
seiner bisherigen Lebenswelt ausruhen. Er lernt 
zunächst die Einrichtung und später deren Bewohner 
kennen. Er sieht, welche Anforderungen an ihn gestellt 
werden und welche Chancen in dem Programm stecken. 
Der junge Mensch und die Betreuer können erste Ziele 
und Wege formulieren und darüber entscheiden, ob ein 
freiwilliger Verbleib in der Gruppe und der Einzug 
ins Haupthaus sinnvoll und möglich sind.

Zwei Jahre Wiederaufbau der AWAG Mittelmühle

#Arbeitsblog

Diejenigen, welche uns kennen wissen, dass wir 2018 / 2019 einen schweren Bruch erlitten haben, von dem wir uns allmählich erholen aber auch gestärkt hervor gehen. Wir hatten damals viel Pech gehabt und sind sehr dankbar darüber, dass sich die Zeiten für uns und „unsere Schützlinge“ seither stark verbessert haben.

Als wir noch mit dem alten „Team“ in der Jugendhilfe nach SGB-8 unter anderer Leitung gearbeitet haben, herrschte in der AWAG Mittelmühle oft ein aufgeladenes aggressives Klima, welches zu diversen mutwilligen Zerstörungen an der Einrichtung durch die Jungs geführt hat. Auch sonst wurde mit dem Haus, Möbeln, etc. nicht pfleglich umgegangen. Es froren sogar neue Wasserleitungen ein, da über Tage von den damaligen Betreuern vergessen wurde, bei Minus-Graden eine Kellertür zu verschließen. Dies führte dazu, dass die AWAG Mittelmühle Anfang 2019 in einem sehr schlechten Zustand war.

Zwar ist die Renovierung Teil unseres Konzeptes, doch waren diese Jahre rückläufig, was nicht zielführend war. Das alles war für uns schwierig zu ertragen, da teilweise die Arbeit wieder zunichte gemacht wurde, welche wir vorher mühevoll aufgebaut hatten.

Seit dem System- und Teamwechsel haben wir unsere Werte wieder stark auf das Miteinander legen können. Ein Miteinander zwischen den Teilnehmern und Coaches auf Augenhöhe geprägt von gemeinschaftlicher Verantwortung und gegenseitigem Vertrauen.

Seit diesem Wechsel arbeiten wir wieder gemeinsam mit den Jungs im Arbeitsblock an der Renovierung des Hauses, ein gemeinsames erstrebenswertes Ziel. Die Ergebnisse können sich sehen lassen:

Neu gestalteter Eingangsbereich mit Blick in die wieder renovierte Küche, welche nach nur zweijähriger „Nutzung“ ziemlich „runter“ war..
Diele im OG: wir verlegen gerade den Boden.
Frisch gestrichenes und von eingeschlagenen Wänden „befreites“ Teilnehmerzimmer. Die Tür samt Zarge muss jedoch noch komplett ersetzt werden.
Flur im OG. In der Tür ist noch ein Einschlagloch aus „alten Zeiten“ zu sehen. An den Wänden haben wir diese schon repariert.
Am alten Bad im OG wird noch gearbeitet. Hier entsteht ein modernes WC mit Pissoir und Waschbecken.

Wir und die Jungs sind stolz darauf, dass wir „unser Zuhause“ nun wieder schön gestalten und sie als „Wiedergutmachung“ daran teilhaben können.

Seit der neuen Arbeitsweise ist auch die Stimmung bei den Jungs wieder entspannter. Neben der Arbeit kümmern sie sich auch darum, ihr Leben aufzubauen und zu gestalten. Aus der geleisteten Arbeit stärken sie ihre Fähigkeiten und ihren Selbstwert. Wir erkennen, dass die Jungs einen eigenen Willen entwickeln konnten und ihr Leben Schritt für Schritt ändern und selber in die Hand nehmen.

An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei all den Fürsprechern, Mutmachern und Spendern bedanken, welche uns auf unserem schwierigen Weg begleiten und die weitere Arbeit mit den entkoppelten Jugendlichen ermöglichen, damit diese weiter an ihrer Zukunft arbeiten können. Danke!

Immer wieder Entgiftungen

# Arbeit mit entkoppelten jungen Menschen

In seinem Leben kommt man nur vorwärts, wenn man einen klaren Kopf hat. Nur dann ist man in der Lage seine Ziele zu verfolgen, sich um seinen Alltag zu kümmern und sein Leben erfüllt zu leben.

Um diesen Zustand zu erreichen führt der Weg unsere jungen Menschen immer wieder in verschiedene Entgiftungseinrichtungen. Hier haben sie die Möglichkeit sich in einem geschützten Rahmen vom Drogenkonsum zu befreien und sich neu zu fokussieren.

Der Kampf gegen die Sucht ist kein gradliniger – erkennen, Hilfe annehmen, Entgiftung, Therapie & alles ist gut – so leicht ist es leider, leider nicht. Tatsächlich bewegt sich der Kampf gegen die Sucht in einer Spirale, bei der alle Stationen mehrfach durchlaufen werden.

Aber mit jedem Mal wird es ein Stück besser. Mit jedem Mal lernt der junge Mensch mehr über sich, sein Wille zur Abstinenz wird stabiler und die eigenen Fähigkeiten wachsen.

Sicher, kein leichter Weg, aber er kann funktionieren. So auch bei unserem P, der sich während seiner aktuellen Entgiftung sogar zu einer Langzeittherapie entschlossen hat.

Wir sind sehr stolz. Und irgendjemand wird sich über das Geschenk, welches P in seiner Entgiftung gebastelt hat, sicher sehr freuen 😉