Speyer: CoLab Förderverein e.V. gegründet – RAP-Musikprojekt und Infostand geplant – Räumlichkeiten gesucht

„Wenn wir in dieser konstruktiven und entspannten Atmosphäre weiter zusammen arbeiten, dann können wir einiges erreichen.“ Diese positive Bilanz zog Klaus Stein, der kurz zuvor zum Vorsitzenden des neu gegründeten „CoLab Fördervereins“ gewählt worden war. Etwa ein Dutzend Personen hatten sich am vergangenen Samstag im Vereinsheim des AV 03 Speyer zur Vereinsgründung zusammengefunden. Sie wollen damit die Arbeit der gemeinnützigen Organisation „CoLab gGmbH“ unterstützen, die seit vielen Jahren erfolgreich junge Menschen auf dem Weg in die Gesellschaft bringt, die durch die Maschen der Sozialbetreuung gerutscht sind, oft nach einem Leben im Heimen  mit Drogenerfahrung und Kriminalität. Es handelt sich sogenannte „Systemsprenger“, die zu „entkoppelten“ Menschen wurden, also vom Staat alleine gelassen.

Zu Beginn wurde darüber gesprochen, wie diese Unterstützung konkret gestaltet werden könnte. So sollen besondere Persönlichkeiten für „Sponsoring Patenschaften“ gewonnen werden. Da CoLab sich alleine aus Spenden finanziert, also keine öffentlichen Mittel in Anspruch nimmt, ist das beschaffen von Geld ein zentrales Anliegen. 

Auch soll ein RAP-Musikprojekt in Speyer gestartet werden. CoLab stellt dazu eine Tonstudio-Anlage zur Verfügung. Allerdings werden dringend Räumlichkeiten gesucht, in denen solch ein Projekt stattfinden kann. Frank Arbogast, Vorsitzender des Vereins „2010Jugendkultur“ und Leiter des Jugendcafés Speyer-West, bekundete Interesse an einer Zusammenarbeit mit dem neuen Verein nicht nur beim Musikprojekt. Schon in der Vergangenheit habe er mit CoLab sehr gute Erfahrungen gemacht, sagte Arbogast, der als Beiratsmitglied bei CoLab e.V. seine Erfahrungen einbringen will.

Weiterhin will sich der Verein noch im November im Rahmen eines Info-Standes in der Maximilianstraße der Speyerer Bevölkerung präsentieren.

Geplant ist auch der Aufbau von Internet-Präsenz wie eine Homepage, Facebook und Instagram.

Da die CoLab gGmbH nicht nur in Speyer sondern auch in Osthessen präsent ist, beispielsweise mit der Außen-Wohn- und Arbeitsgemeinschaft „Mittelmühle“, sollen auch dort Aktivitäten entfaltet werden. Erste Ideen gibt es schon wie die Teilnahme am „Mühlentag“ 2022, an dem sich die Einrichtung, unterstützt durch den Förderverein, der Öffentlichkeit zeigen kann. 

Nachdem die vom Finanzamt auf Gemeinnützigkeit vorgeprüfte Satzung einstimmig verabschiedet wurde, legte die Mitgliederversammlung den Mitgliedsbeitrag auf 3 Euro monatlich fest. 

Die Vorstandswahlen brachten folgende einstimmigen Ergebnisse: 

Vorsitzender Klaus Stein

Stellvertretende Vorsitzende Anja Lenze

Schatzmeisterin Katja Neumann

Beisitzer: Paul Schrank, Pascal Engel und Ulf Neumann.

Kontakt per Mail: k.stein@colab.de​ 

Arbeit an unserem Schuppen

# Arbeitsblog

An alten Häusern gibt es immer etwas zu tun. Letzte Woche haben wir am Rückbau eines alten Schuppens gearbeitet. Hier wurde vom Vorbesitzer irgendwann das Dach verlängert, um den Bau zu vergrößern. Dieses Dach war schon lange kaputt und der ganze Anbau drohte, einzustürzen. Daher haben wir uns dazu entschlossen, den Anbau wieder zu entfernen.

Jetzt möchten wir den Schuppen wieder im ursprünglichen Zustand aufbauen. Bis dahin müssen wir aber noch etwas warten, daher sichern wir das Dach jetzt erst einmal…

Die Arbeiten verrichten wir natürlich gemeinsam mit „unseren Jungs“. Durch die gemeinschaftlichen Tätigkeiten können sie ihre handwerklichen Fähigkeiten ausbauen und lernen, dass Arbeit auch Spaß machen kann.

Unser kleines Wasserkraftwerk

# Arbeitsblog

Da es bald Herbst wird, müssen wir unser kleines Wasserkraftwerk der AWAG Mittelmühle wieder starten. Die Kraft der Sonne reicht dann nicht mehr aus, um unser Haus mit elektrischer Energie aus nachhaltiger Quelle zu versorgen.

Daher haben wir und am Wochenende dran gemacht und die Turbine vom Schlamm gesäubert, der sich dort durch den Stillstand in der Sommerpause angesammelt hatte. Es kam da eine ziemliche „Brühe“ raus 😉 Jetzt steht noch die Wartung des Leitapperates und des Generators an…

Dann können Herbst und Winter kommen…

Nur noch kurze Zeit, …

# Arbeitsblog

dann ist es soweit.

Die Fertigstellung des letzten Teilnehmerzimmers in unserer Wohngruppe ist in den Endzügen. Diese Woche haben wir im Arbeitsblock, natürlich gemeinsam mit den Jungs, das Zimmer tapeziert. Die Jungs konnten hier wieder ganz neue Erfahrungen machen, sie haben etwas gelernt und sind natürlich Stolz auf das Geleistete – selbstverständlich zu Recht.

Als nächstes wird noch gestrichen, dann kommt der neue Boden und dann ist auch dieses Projekt geschafft 🙂

Ausbildung gestartet

# unser Alltag

Zwei unserer Jungs haben am 02. August ihre Ausbildung gestartet!

Durch Praktika konnten sie sich jeweils im Vorfeld in den verschiedenen Betrieben beweisen und erhielten somit ihre Ausbildungsverträge. Damit ist ein weiterer Schritt in ein eigenständiges und selbst bestimmtes Leben getan.

Nun bleibt uns nur für die kommenden drei Jahre ganz viel Erfolg, Durchhaltevermögen und Willenskraft zu wünschen!

und es wächst wieder

# unser Alltag

Auch dieses Jahr haben wir unsere Hochbeete wieder bepflanzt & so können wir bald unsere Möhren und Kohlrabis ernten 🙂

Wir bitten um Hilfe für Leon (18) | CoLab.de – Hilfe für entkoppelte Jugendliche

# HilfefuerLeon

Vor einigen Tagen erhielten wir den verzweifelten Hilferuf einer engagierten Mitarbeiterin aus einer Jugendgerichtshilfe. Die Fachkraft betreut sein kurzem einen 18-jährigen in U-Haft sitzenden Jugendlichen.

Der junge Mann war bereits vor Haftantritt obdachlos, hat eine „Heimkarriere“ hinter sich. Danach Drogenmilieu, schlussendlich Straße, finanziert durch Beschaffungskriminalität. Daher wurde er in U-Haft genommen.

Die Verhandlung endete nun mit einer Bewährung. Das heißt, er wurde ohne Obdach, ohne Ressourcen und ohne finanzielle Absicherung aus der Gerichtsverhandlung entlassen.

Welche Chance bietet sich diesem jungen Mensch also, sich zu bewähren?

Wir möchten diesem Jugendlichen kurzfristig eine Perspektive in unserer Wohngemeinschaft „AWAG Mittelmühle“ bieten.

Da wir für unsere Arbeit keine Gelder aus öffentlicher Hand bekommen, benötigen wir dringend deine Unterstützung. Bitte helft uns mit einer Spende, damit wir die Arbeit mit Leon beginnen können.

Danke!

https://colab.de/spenden-und-helfen

Freizeitbeschäftigung holt Jugendliche zurück aus Tristesse, Sucht und Perspektivlosigkeit

# Freizeit

Auch dieses Wochenende waren wir wieder unterwegs, diesmal in Rheinland Pfalz im Pfälzer Wald bei „Johanneskreuz“. Dort gibt es die „Karlstalschlucht“ mit riesigen Felsen und einem kleinen wilden Bach, der heute eher gemütlich dahin plätscherte.

Seht selbst…

Wir versuchen den jungen Menschen positive Erlebnisse über die Freizeit zu ermöglichen. Hierzu organisieren wir Ausflüge in die Natur, bei denen sich die Jugendlichen aktiv betätigen. So regen wir nicht nur Körper und Geist an, sondern zeigen den Jugendlichen auch eine andere Welt, die sich von Langeweile, Drogenkonsum und „Dummheiten anstellen“ unterscheidet.

Der Ausflug hat auch diesmal „unseren Jungs“ wieder sehr gefallen und Kraft gegeben. Diese Erlebnisse sind für sie immens wichtig, um Stress abzubauen und schöne Dinge fernab ihrer alten Herkunft zu erleben…

Da wir diese Ausflüge rein ehrenamtlich und in unserer Freizeit verrichten, suchen wir hier noch ehrenamtliche Unterstützung. Wenn Du dich also angesprochen fühlst und zwischen Eisenach und Eschwege wohnst, kontaktiere uns einfach unter kontakt@colab.de.

Natürlich freuen wir uns auch um jede Geldspende, damit wir entkoppelten Jugendlichen weiterhin diese sinnvollen Aktivitäten bieten können!

Danke!
Euer CoLab-Team

Ein bundesweit zunehmendes Problem sind „entkoppelte“ junge Menschen. Sie passen nicht in das Sozialsystem, weshalb sich die Behörden und die etablierten SGB-VIII-Institutionen schwer mit ihnen tun. Hier setzt die Arbeit von CoLab ein.

CoLab-Schützlinge mit Thomas Friedrich (2. von rechts) bei der Gartenarbeit auf dem großen Mühlengelände

Die Biografien der acht von CoLab aktuell betreuten jungen Männer, alle Anfang 20, weisen etliche Parallelen auf: Zerrüttete Familien, Gewalterfahrungen, Verwahrlosung, Einkommensarmut, niedrige Bildung, Obdachlosigkeit und Suchtproblematik. Für Menschen wie sie hat sich in den letzten Jahren der Begriff „Entkoppelte Jugendliche“ geprägt. Das bedeutet, sie sind außerhalb des gesellschaftlichen Fokus. In den Augen von Benjamin (Name von der Redaktion geändert) ist abzulesen, dass er noch unter dem Eindruck von Drogen steht. Seit drei Tagen versucht er, sich von einem Rückfall zu erholen. Drogen, hier hat er das ganze Spektrum ausprobiert, prägen sein bisheriges Leben. Bereits mit neun Jahren konsumierte er erstmals Cannabis, das er von seinem älteren Bruder bekommen hatte. 

Seine Eltern lebten mit ihren acht Kindern in einer Vier-Zimmer-Wohnung in einer Kleinstadt. Für Vater und Mutter empfindet Benjamin nach eigener Aussage nur Abscheu: „Für die habe ich nicht existiert, ich wurde nicht wahrgenommen.“ 

Zwar übten die Eltern keine körperliche Gewalt aus, die habe es aber reichlich unter den Geschwistern gegeben, erzählt er. 

Da sich niemand um ihn kümmerte, verwahrloste Benjamin immer mehr, vertiefte seine Drogenerfahrung, dealte, klaute, entzog sich der Schule. Schon früh kam er mit dem Gesetz in Konflikt und landete letztlich im Gefängnis, auch weil er keine Bleibe hatte und er während des Prozesses auf drei Wachleute losgegangen war, die ihn kaum bändigen konnten. „Ich habe gewonnen“, kommentiert er das. 

Eine weitere Parallele bei den Jungs ist, dass ADHS diagnostiziert wurde und sie als Kinder entsprechende Medikamente bekamen. 

Die Behörden kapitulieren 

Benjamin ist alles andere als ein gewalttätiges Monster. Da sitzt ein junger Mann gegenüber, der keine Lebensperspektive hat, schon öfter an Selbstmord dachte. 

Auf die Frage, wie er für sich ein gutes Leben definieren würde, kommen bei ihm die gleichen Antworten wie bei seinen Schicksalsgenossen, die von CoLab betreut werden: einen Beruf – Benjamin würde gerne Fahrradmechaniker werden – eine eigene Wohnung und Familie.

Mit den SGB-VIII-Institutionen sind sie alle durch, wurden sozusagen „ausgemustert“. Die Ämter haben kapituliert, sind mit ihrem Latein am Ende. 

Da setzt CoLab an. Die gemeinnützige Organisation hat ebenfalls Erfahrungen mit Jugendämtern gesammelt und sich dafür entschieden, ohne öffentliche Gelder als freie Einrichtung zu arbeiten. „Die bürokratischen Hürden standen unserem praktischen Ansatz einfach zu oft entgegen“, begründet Thomas Friedrich, einer der Gründer und CoLab-Geschäftsführer, diese Entscheidung. Der erfolgreiche IT-Unternehmer engagiert sich seit etwa zwei Jahrzehnten ehrenamtlich in der Jugendarbeit. Seine Arbeit mit Jugendlichen begann im beschaulichen Speyer in der Metropolregion Rhein-Neckar gelegen und international bekannt durch das Weltkulturerbe „Kaiserdom“. Die 50.000-Einwohner-Stadt wird von Kommunalpolitikern auch gerne als „Wohlfühlstadt“ bezeichnet. Es wird dabei ausgeblendet, dass Speyer ein regionaler Drogen-Hotspot ist. Bei vier von sieben Amtsgerichtsterminen im Mai 2021 ging es um Drogendelikte. In Speyer kümmert er sich seit vielen Jahren um junge Russlandaussiedler, die von den Jugendämtern bereits aufgegeben waren. 

Auch sie hatten kein Selbstvertrauen, vertrauten generell niemand. 

Der erste Schritt ist immer die Abkehr von den Drogen. „Unter Drogeneinfluss ist das Denken so gestört, dass eine sinnvolle Arbeit nicht möglich ist“, drückt es Anja Lenze aus. Sie leitet die CoLab Einrichtung „AWAG (Außen Wohn- und Arbeitsgemeinschaft)  Mittelmühle“ in einem Dorf im osthessischen „Werra-Meißner-Kreis“. 

Friedrich hat die ehemalige heruntergekommene Wassermühle vor einigen Jahren gekauft und saniert, um die CoLab-Schützlinge aus ihrem alten Umfeld herauszuholen. Inzwischen hat er noch weitere Häuser dazu gekauft, auch um seinen erfolgreichen AWAG-Absolventen Wohnraum anbieten zu können, den sie auf dem freien Wohnungsmarkt nur schwer bekämen. 

Lebenssinn und ein Zuhause geben

CoLab gibt den jungen Menschen ein Zuhause und so etwas wie Familie, eine Erfahrung, die sie bisher nicht kannten. 

Mit Anja, Tom und Uwe, wie sie die Betreuer nennen, haben sie erstmals Personen, denen sie Vertrauen.

Auch am Selbstvertrauen wird gearbeitet. Das lasse sich am besten über Arbeit aufbauen, so die CoLab-Philosophie. Praktika, aber auch einfache Arbeiten beispielsweise im Kräutergarten oder bei der Instandhaltung der Mittelmühle, sollen das Vertrauen in die vorhandenen Fähigkeiten stärken. 

Bei CoLab wird Erfolg anders definiert als bei den Ämtern – da sind selbst kleine Fortschritte oft große Erfolge angesichts der Vorgeschichte der Schützlinge. Rückschläge gehören dazu.

Bisher war das CoLab-Konzept überaus erfolgreich denn es ist mehrfach gelungen, vom Staat aufgegebene junge Menschen in eine Ausbildung zu bringen, sie wieder in die Gesellschaft zu integrieren. 

Bei CoLab wird so schnell keiner aufgegeben!

Über CoLab

CoLab arbeitet mit jungen Volljährigen, die als entkoppelte Jugendliche kommen, sogenannten „Systemsprengern“. Daher ist CoLab kein Träger der freien Jugendhilfe, ist nicht „System“. CoLab geht andere Wege, traut sich zu, etablierte Systeme zu ändern, wenn sie nicht funktionieren. Es wird offen gedacht, auch mal gegen den Strom geschwommen. CoLab ist anpassungsfähig, erfindet sich auch oft neu. Die Organisation sucht pragmatische Lösungen, handelt nachhaltig, arbeitet nah am Menschen, hilft individuell, denkt aber auf gesellschaftlicher Ebene. Die handelnden Personen stehen fest zusammen, verlassen sich aufeinander. CoLab hat ein großes Netzwerk an Fürsprechern und Mitstreitern. Auch steckt CoLab nicht in Schubladen fest und steckt andere nicht rein. CoLab springt über Hürden, ist frei in dem was getan wird. 

CoLab hat eines immer fest im Blick: „Das Wohl des jungen Menschen, der sich anvertraut.“

Ehrenamt für Freizeitbeschäftigung gesucht…

In vergangenen Blog-Einträgen haben wir euch Einblicke in die möglichst wöchentliche Freizeitbeschäftigung gegeben. In unserer Arbeit mit Entkoppelten Jugendlichen sind diese Maßnahmen von großer Bedeutung.

Wir versuchen den jungen Menschen , neben der Arbeitsgewöhnung und persönlichen Problembewältigung, auch positive Erlebnisse über die Freizeit zu ermöglichen. Hierzu organisieren wir Ausflüge in die Natur, bei denen sich die Jugendlichen aktiv betätigen. So regen wir nicht nur Körper und Geist an, sondern zeigen den Jugendlichen auch eine andere Welt, die sich von Langeweile, Drogenkonsum und „Dummheiten anstellen“ unterscheidet.

Heute waren wir mit den Fahrrädern am Werratal-See bei Eschwege unterwegs. Folgende Aufnahmen sind dabei entstanden.

Blick auf den Werratal-See
Jungs auf dem Wehr einer Fischtreppe der Werra
Blick auf die Werra

Der Ausflug hat auch diesmal „unseren Jungs“ wieder sehr gefallen und Kraft gegeben. Diese Erlebnisse sind für sie immens wichtig, um Stress abzubauen und schöne Dinge fernab ihrer alten Herkunft zu erleben…

Da wir diese Ausflüge rein ehrenamtlich und in unserer Freizeit verrichten, suchen wir hier noch ehrenamtliche Unterstützung. Wenn Du dich also angesprochen fühlst und zwischen Eisenach und Eschwege wohnst, kontaktiere uns einfach unter kontakt@colab.de.

Natürlich freuen wir uns auch um jede Geldspende, damit wir entkoppelten Jugendlichen weiterhin diese sinnvollen Aktivitäten bieten können!

Danke!
Euer CoLab-Team